Zum laufenden Prozess gibt es - quasi als Begleitliteratur - ein Buch von Dr. Nicole Munk, das die Hintergründe und das System der Kurspflege beim Börsengang der T-Aktie dokumentiert.
Das Buch „Die T-Aktie als Marke“ liefert eine umfassende Argumentationskette zu den laufenden Prospektklagen und richtet sich in erster Linie an das interessierte Börsenfachpublikum und alle Interessenvertreter von Telekom-Geschädigten sowie an die T-Aktionäre selbst, die auf diese Weise die Hintergründe für das Scheitern ihrer Aktieninvestitionen nachvollziehen können.
Von der Bundesregierung und den zuständigen Privatisierungskommissionen als "Volksaktie" konzipiert und von einem Geflecht von Emissionsbanken vertrieben, wurde die Aktie als angeblich geeignete Investitionsform zur Altersvorsorge mit guten Renditen an Millionen von Kleinsparern herangetragen. In Wahrheit fand eine bis dahin in diesem Umfang nicht gekannte Umschichtung von Volksvermögen in den Bundeshaushalt z.B. über die spätere UMTS Auktion statt.
Die Autorin hat in verschiedenen Veröffentlichungen bereits lange vor dem Platzen der Aktienblase im Jahre 2000 vor der Aktien-Altersvorsorge mit T-Aktien gewarnt. Sie beschreibt in ihrem Werk detailliert, wie der Bund als Telekom-Großaktionär trickreich beim Börsengang zum Schaden für das deutsche Volksvermögen Kasse gemacht hat.
Die Autorin zeigt u.a. auf, wie die Stiftung Warentest und sog. "Bilanzpäpste" ihre Sorgfaltspflichten vernachlässigt und trotz der medialen Omnipräsenz der Aktienwerbung weggeschaut haben.
Das Buch
Die T-Aktie als Marke - Staatliche und private Einflussnahme zur Kurspflege einer Volksaktie Deutscher Universitäts-Verlag, 2. Aufl. 2003. - 321 S. mit 7 Abb. ISBN: 3-8244-7971-0
Der aktuelle Hintergrund:
Parallel zu den seit drei Jahren andauernden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bonn, die im Zusammenhang mit dem Börsengang der Telekom die Vorwürfe des Kapitalanlagebetrugs, der Bilanzfälschung, der Untreue und Beihilfe hierzu untersucht, beginnt dieser Tage am Landgericht Frankfurt der größte Prozess in der Geschichte deutscher Zivilgerichte.
Das deutsche Justizsystem bietet für diesen Mammutprozess mit Meinrad Wösthoff einen einzelnen Handelsrichter auf, der sich durch Lastwagenladungen von Akten zu über 2000 Einzelverfahren kämpfen muss. Dieser Vorgang an sich zeigt schon Handlungsbedarf im Rechtssystem auf.
Die geschröpften Volksaktionäre machen Ansprüche von rund 100 Millionen Euro geltend, da sie - wie die Autorin Dr. Nicole Munk - davon überzeugt sind, dass die Angaben in den Verkaufsprospekten für die drei Börsengänge 1996, 1999 und 2000 geschönt waren und dass milliardenschwere Risiken verschwiegen wurden.
Der Unmut der Volksaktionäre, der sich gegen die Telekom, den Bund und die Emissionsbanken richtet, ist groß und verständlich, ging doch bei vielen ein Großteil der Ersparnisse und die vom Finanzminister und einem Schauspieler versprochene Altersvorsorge mit dem Kurssturz der T-Aktie den Bach runter. In Zeiten von Hartz IV eine echte Katastrophe.
Handelsrichter Wösthoff muss u.a. über eine geradezu märchenhafte Geldvermehrung befinden und klären, warum sich die in der Silvesternacht 1994 das Immobilienvermögen der Deutschen Telekom von 23 Milliarden Mark auf rund 35 Milliarden Mark vergrößerte. Ziel der Aktion war es laut Frerich Görts, dem früheren Geschäftsführer von DeTe Immobilien, hohe Abwertungen beim technischen Anlagevermögen auszugleichen. Für diese bilanzrelevanten Werte gibt es im Übrigen keine, wie im Gesetz vorgesehene, Eröffnungsbilanz, die der Vorstand der Deutschen Telekom AG unterzeichnet hat. Ein Schelm, der sich darüber wundert?
Zum Immobilienbestand gehörten damals 35 000 Objekte, u. a. Fernmeldetürme, Bürogebäude, Logistikzentren - sowie zahllose Verteilerkästen auf der grünen Wiese.
Ab 23. November 2004 beginnt der Prozess zur Volksaktie in Hessens größtem Gerichtssaal 165 C am Frankfurter Landgericht.
=> Inhaltsverzeichnis zum Buch „T-Aktie als Marke“
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